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Bösch zeigt bei erster Vierspänner-WM sein Potenzial

Daniel Schneiders hat bei der Vierspänner-Weltmeisterschaft in Aachen für einen starken österreichischen Schlusspunkt gesorgt. Der Oberösterreicher lieferte im abschließenden Kegelfahren mit 6,25 Punkten die fünftbeste Leistung des gesamten Feldes ab und beendete die WM mit 182,88 Punkten auf Rang 15. Auch Alexander Bösch (V), Erwin Gillinger (OÖ) und Wolfgang Binder (ST) konnten sich am Schlusstag noch einmal verbessern. In der Teamwertung machte Österreich einen Platz gut und schloss die Weltmeisterschaft auf Rang neun ab.


Nach der Dressur am Donnerstag und Freitag sowie dem spektakulären Marathon am Samstag stand am Sonntag mit dem Kegelfahren die dritte und letzte Teilprüfung auf dem Programm. Schneiders ging nach seiner Aufholjagd im Marathon als bester Österreicher in die Entscheidung und unterstrich zum Abschluss noch einmal seine Klasse.

Mit Dancingstar, Ghandi, Fanno und Kroon Juweel absolvierte der Oberösterreicher den anspruchsvollen Parcours mit lediglich 6,25 Punkten. Zunächst bedeutete dies den zwischenzeitlichen Bestwert, am Ende des Bewerbs blieb seine Leistung die fünftbeste des Tages. Mit insgesamt 182,88 Punkten verbesserte sich Schneiders noch einmal und beendete die Weltmeisterschaft auf dem starken 15. Gesamtrang.

„Ein schöner Abschluss, das Publikum war so irre! Schon bei 13/14, wo die Kombination noch einmal richtig eng ist, machten sie so einen Lärm, dass ich dachte, einen Kegel mitgenommen zu haben. Am Ende habe ich mich verleiten lassen und dann tatsächlich einen Kegel gestreift. Insgesamt war es eine tolle WM. In der Dressur hätten wir uns mit den vier Füchsen mehr erwartet, aber ich denke, so kann ich sie gut verabschieden“, sagte Schneiders gegenüber EQWO.net.
Für drei seiner KWPN-Pferde war Aachen gleichzeitig der letzte große Auftritt. Sie dürfen in den Ruhestand gehen. Schneiders selbst will sich in den kommenden Jahren verstärkt seiner Familie widmen, ehe ein sportlicher Neuaufbau geplant ist.

Bösch nimmt viel aus erster Vierspänner-WM mit

Auch Alexander Bösch brachte seine erste Weltmeisterschaft im Vierspänner mit einer guten Vorstellung zu Ende. Der Vorarlberger musste mit seinem Gespann (Daddy’s Sunshine 2 / Franz Josef 19 / Freestyle 3 / Levisto 3) im Kegelfahren zwar früh einen ungewöhnlichen Zwischenfall verkraften, fand anschließend aber schnell wieder in seinen Rhythmus. Mit insgesamt 224,27 Punkten arbeitete er sich in der Endabrechnung auf Rang 34 nach vorne.

„Ich bin sehr zufrieden. Leider war wieder ein bisschen Pech dabei. Beim zweiten Kegel habe ich ein Element eines anderen Kegels mitgenommen. Dafür gab es drei Strafpunkte und zehn Sekunden zusätzlich. Danach musste ich mich neu sammeln, bin aber sehr gut in den Rhythmus gekommen und konnte noch einen guten Parcours zu Ende fahren. Ich bin froh, dass ich das so gut weggesteckt und die Nerven behalten habe“, bilanzierte Bösch.

Vor allem die Erfahrungen aus seiner ersten Vierspänner-WM will der Vorarlberger für die weitere Entwicklung nutzen. „Ich habe unglaublich viel dazugelernt und wir durften richtig tolle Momente erleben. Das motiviert mich schon jetzt wieder für das Wintertraining und die neue Saison. Wir wissen, dass wir mithalten können. Uns fehlt bei den ganz schweren Parcours einfach noch etwas Routine. Wenn wir daran arbeiten, können wir den nächsten Schritt machen.“

Team Austria verbessert sich auf Rang neun

Erwin Gillinger beendete die Weltmeisterschaft mit seinem Gespann (Eros / Fernandez / Harry / Magistraal) 246,29 Strafpunkten auf Platz 39. Der Oberösterreicher war im Kegelfahren lange auf Kurs, ehe ihm in der Schlussphase ein Fehler unterlief. „Wir sind Richtung Hindernis 18 sehr flott gekommen. Mein linkes Vorderpferd war schwer in der Hand und ich habe schon Richtung 19 geschaut – plötzlich waren wir bei C. Aber meine Pferde waren super drauf und sehr wendig, dadurch konnte ich kurze Linien fahren. Bis zum 18er war ich in diesem extrem schweren Parcours top zufrieden“, erklärte Gillinger gegenüber EQWO.net.

Ob der Oberösterreicher auch in der kommenden Saison mit dem Vierspänner unterwegs sein wird, entscheidet sich im Winter. Dafür ist vor allem die Suche nach Verstärkung entscheidend. „Ich bin auf der Suche nach zwei neuen Vorderpferden und habe bereits eines in Aussicht. Wenn das klappt, mache ich weiter.“

Wolfgang Binder brachte seine Weltmeisterschaft mit 265,60 Strafpunkten auf Rang 43 zu Ende. Für den 71-jährigen Steirer stand nach drei intensiven Teilprüfungen vor allem eines im Vordergrund: dass Pferde (Havelland TSF / Itzenplitz TSF / Mistery / Reinzauber TSF) und Team gesund durch diese außergewöhnliche Woche gekommen waren. „Die ersten Gedanken sind: Die Pferde sind unverletzt, das Team ist unverletzt und wir sind gesund im Ziel. Natürlich könnte das eine oder andere immer besser sein, aber so ist der Sport. Man hat seine Chance und muss versuchen, sie zu nutzen. Insgesamt bin ich zufrieden – wir haben alles positiv hinter uns gebracht“, resümierte Binder.

Allein die Teilnahme in Aachen war für den Routinier etwas Besonderes. „Aachen ist für jeden Fahrsportler ein großes Ziel. Wenn man die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft schafft, hier antreten darf und dann auch noch gut durchkommt und alles abschließt, ist das das Pünktchen auf dem i.“

Gold in der Einzelwertung ging an den Australier Boyd Exell, der sich mit insgesamt 142,64 Strafpunkten zum Weltmeister kürte. Silber sicherte sich der Belgier Dries Degrieck mit 148,85 Strafpunkten, Bronze ging an Chester Weber (USA) mit 156,77 Strafpunkten.

Auch in der Mannschaftswertung gab es zum Abschluss noch Grund zur Freude. Österreich, für das Alexander Bösch, Erwin Gillinger und Daniel Schneiders nominiert waren, verbesserte sich am Schlusstag von Rang zehn auf Platz neun und beendete die Weltmeisterschaft mit 388,40 Strafpunkten. Gold sicherte sich das Team aus den Niederlanden, gefolgt von der australischen Mannschaft und Belgien.

Die österreichischen Ergebnisse

15. Daniel Schneiders (OÖ) – Dancingstar / Ghandi / Fanno / Kroon Juweel – 182,88 Punkte
34. Alexander Bösch (V) – Daddy’s Sunshine 2 / Franz Josef 19 / Freestyle 3 / Levisto 3 – 224,27
39. Erwin Gillinger (OÖ) – Eros / Fernandez / Harry / Magistraal – 246,29
43. Wolfgang Binder (ST) – Havelland TSF / Itzenplitz TSF / Mistery / Reinzauber TSF – 265,60

Team Austria: 9. Platz – 388,40 Strafpunkte
Gesamtwertung Einzel

Gesamtwertung Team

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