Vom Reck zum Meisterbad: Fabian Hofer bleibt cool

Fabian Hofer hat seine erste internationale Dressursaison mit dem österreichischen Junioren-Meistertitel gekrönt. Der 18-jährige Vorarlberger setzte sich in Fernitz (Steiermark) mit Zaharah durch. Sophia Riedl und Man in Black sorgten mit Bronze für eine zweite Medaille aus dem Ländle.


Als Fabian Hofer zum ersten Teilbewerb in das Viereck ritt, begann es so stark zu regnen wie kaum zuvor an diesem Turniertag. Davon ließ sich der ehemalige Kunstturner nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Mit Zaharah erreichte er 70,946 Prozent und übernahm die Führung.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Stute. Man hat richtig gemerkt, dass sie für mich kämpft. Sie ist eigentlich kein Regen-Fan, aber sie hat sich ihren Ängsten gestellt und gesagt: Ich mache das jetzt für dich“, erzählte Hofer nach seinem Ritt.

Für den Vorarlberger war die Leistung ein weiterer Beleg für das gewachsene Vertrauen zwischen ihm und der Zoom-Tochter. Im Training und auf dem Turnier gebe es inzwischen kaum noch Unterschiede. „Sie ist ein echtes Traumpferd. Sie ist bei mir, hört mir zu und will gefallen.“

Die Schule des Kunstturnens

Hofers Ruhe im Wettkampf kommt nicht von ungefähr. Acht Jahre lang betrieb er Kunstturnen als Leistungssport und gehörte dem Vorarlberger Landeskader an. Während der Corona-Pandemie saß er 2020 erstmals intensiver im Sattel, 2021 begann er richtig zu reiten.

Die Erfahrungen aus der Turnhalle helfen ihm heute im Dressurviereck. „Ich habe schon als Kind Leistungssport betrieben – damals im Kunstturnen. Irgendwann habe ich für mich festgestellt: Nervös zu sein bringt mir nichts, also lasse ich es sein“, sagte der 18-Jährige nach dem ersten Teilbewerb.

Dabei verlief sein Weg in den Reitsport ungewöhnlich schnell. Hofer begann mit einer Haflingerstute, sammelte mit dem Schimmel Cellini erste Erfahrungen und fand später in Quäntchen einen Lehrmeister für die höheren Dressurlektionen. Mit Zaharah kam schließlich das Pferd für den nächsten Schritt.

In seiner ersten internationalen Saison qualifizierte sich der HTL-Schüler aus Dornbirn bereits für die Junioren-Europameisterschaft in Olomouc. Dort belegte er mit Zaharah im Einzelbewerb mit 66,441 Prozent Rang 32. Nur wenige Wochen später folgte in Fernitz der nationale Saisonhöhepunkt.

Vor dem Finale hatte Hofer sein Ziel klar formuliert: den österreichischen Meistertitel. Im zweiten Teilbewerb bestätigten Hofer und Zaharah ihre Führung mit 70,570 Prozent. Mit insgesamt 141,516 Prozent gewann das Paar vom Reitstall Rheinau Höchst Gold.

Zwei Medaillen für Vorarlberg

Auch die Bronzemedaille ging nach Vorarlberg. Sophia Riedl und Man in Black 13 steigerten sich nach 68,514 Prozent im ersten Teilbewerb auf 69,123 Prozent. Mit einer Gesamtsumme von 137,637 Prozent sicherte sich das Duo den dritten Platz.

Zwischen die beiden Vorarlberger Paare schoben sich Sabrina Brötzner aus Salzburg und Bernini VMT. Sie erreichten 139,413 Prozent und gewannen Silber.

Für Hofer endet damit eine Saison, in der aus einem internationalen Newcomer innerhalb weniger Monate ein EM-Teilnehmer und österreichischer Junioren-Meister wurde. Die restliche Turnierplanung ist zwar noch offen, sein grundsätzliche Weg steht dagegen fest: Nach der Matura will er eine Ausbildung zum Bereiter machen.

Österreichische Meisterschaft Junior:innen

1. Fabian Hofer (V)/Zaharah – 70,946 + 70,570 = 141,516 Prozent
2. Sabrina Brötzner (S)/Bernini VMT – 69,369 + 70,044 = 139,413
3. Sophia Riedl (V)/Man in Black 13 – 68,514 + 69,123 = 137,637

Offizielle Turnierergebnisse

Schlagwörter dieser Seite